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Positiv Denken - Ja, aber....

 

Kennen Sie auch Leute, die sagen, wenn man sich etwas nur positiv genug vorstellt, wird es klappen?

Wenn man sich etwas nur fest genug wünscht, geht es in Erfüllung?

Das hört sich für mich danach an, die rosa Brille aufzusetzen und sich die Welt schön zu reden.

Ich bevorzuge einen positiven Pragmatismus,

handeln aus einer optimistischen Grundhaltung heraus.

Wenn man neben einem positiven Ziel oder Wunsch auch die Tatsachen und evtl. Hindernisse im Blick hat, kann man gezielte Schritte tun und viel erreichen.

Positive Gedanken wirken positiv.

Optimisten leben gesünder, das legt zumindest eine Studie der Universität Pitsburg nahe.

97.253 gesunde Frauen jenseits der Menopause wurden dabei anhand eines Persönlichkeitstest in Pessimistinnen und Optimistinnen eingeteilt und über 8 Jahre beobachtet. Die Auswertung ergab, dass die Zahl von Erkrankungen bei den Optimistinnen geringer war.

In einer anderen Studie wurde beobachtet, das Optimisten sich nach Operationen besser und schneller erholen.

Auch die vielen Studien zum Placebo- und Noceboeffekt zeigen, dass Gedanken und Absichten einen signifikanten Einfluss auf Heilung und Genesung haben.

Und wer hat nicht auch schon eine sich selbst erfüllende Prophezeihung erlebt?

"Pass, auf, sonst fällst du" und schon fällt das Kind von der Schaukel. "Ich hab es kommen sehen."

 

Wie wir denken, unsere Glaubensmuster und Vorstellungen haben eine große Macht.

Positive Gedanken können manchmal schier ungeahnte Kräfte freisetzen.

 

Doch jedes Ding hat 2 Seiten.

Negative Gedanken und Glaubensmuster können uns immer wieder hemmen und hindern.

Auch sie wollen angeschaut und beachtet werden.

Manches kann man ändern, manches muss man akzeptieren lernen.

In der Therapie und im Coaching versucht man negative Muster zu erkennen und durch positive zu ersetzen und neue Sichtweisen aufzuzeigen.

Positive Affirmationen und Körperübungen helfen neue Handlungs- und Denkweisen zu verankern.

Dazu kommen Selbstannahme und Verbesserung des Selbstwertgefühls, Mobilisation der eigenen Fähigkeiten und Potenziale und die Stärkung der Handlungsfähigkeit. ( siehe auch Das MoWeLa-Konzept)

Und je mehr dies erfahren wird, desto öfter kommen positive Gedanken und Erlebnisse.

 

Um zu handeln um ein Ziel zu erreichen, sollte man sich auch negative Aspekte und Hindernisse vor Augen zu führen.

Dann ist es einfacher entsprechend zu agieren und Schwierigkeiten werden besser überwunden.

Die Professorin für Psychologie Gabriele Oettingen hat die Methode der mentalen Kontrastierung entwickelt.

Man überlegt, was wünsche ich mir. Dann stellt man sich das gewünschte Ergebnis möglichst intensiv vor.

Danach stellt man sich aber auch das größte Hindernis auf dem Weg dahin vor.

Am Schluss erstellt man einen Plan, wie man damit umgehen kann, indem man "Wenn...., dann Strategien" entwickelt.

Ein Beispiel:

Ein Student wünscht sich eine gute Note in der Klausur. Er stellt sich vor, wie er alle Aufgaben sicher lösen kann.

Er weiß aber auch, dass er dafür im Vorfeld konzentriert lernen muss und sich durch Freunde und Nachrichten am Smartphone leicht und gerne ablenken lässt.

Die "wenn..., dann Strategie" lautet:

Wenn ich lerne, dann schalte ich das Smartphone aus und ziehe mich ganz zurück.

 

Mit dieser Methode kann man auch schneller erkennen, was noch nötig ist, um ein Ziel zu erreichen, oder ob Voraussetzungen dafür gar nicht erfüllbar sind. In diesem Fall wäre ein anderes Ziel vielleicht besser.

 

Ist das Ziel erreichbar, steigt damit die Motivation und das Engagement sich dafür einzusetzen.

Mit dem Ziel vor Augen und der positiven Vorstellung, wie es sein soll, nimmt man auch evtl. Mühen und Arbeit gerne auf sich, wenn sie nötig sind.

 

Und auch bei Wünschen, deren Erfüllung nicht nur von der eigenen Handlung abhängig ist, hilft es sich auf Schwierigkeiten mental einzustellen.

Bei Krankheiten ist eine optimistischen Grundhaltung, wie schon oben beschrieben, sehr förderlich für die Heilung.

Auch Vertrauen in die Behandler und deren Methoden ist wichtig.

Macht man sich dazu auch die evtl. mit der Therapie verbundenen Schmerzen oder Nebenwirkungen bewusst, können diese besser toleriert werden und sie fallen vielleicht sogar wesentlich milder aus.

 

Glauben und Gottvertrauen stärken ebenfalls eine positive Grundhaltung und fördern positive Gedanken.

Manchmal geschehen Wunder, einfach so.

Häufiger entstehen positive Entwicklungen aber, wenn neben Vertrauen in eine höhere Macht und positivem Denken, auch aktiv Schritte hin zum gewünschten Ziel unternommen werden.

Sonst könnte es einem so ergehen wie in einem altem Witz beschrieben.

Ein Mann betet jede Woche vergebens um einen Lottogewinn, bis Gott eines Tages zu ihm spricht:

"Ich würde dir ja gerne helfen, aber dann füll auch endlich mal einen Lottoschein aus!"

 

Um eine allgemeine positive Grundhaltung einzunehmen, die zu mehr Zufriedenheit führt, ist Dankbarkeit ein einfacher Weg.

(Lesen Sie dazu hier mehr)

 

 

Fazit:

Positives Denken ist sehr hilfreich und macht das Leben leichter.

Wägt man dazu die Situation realistisch ab und macht sich Schwierigkeiten und negative Aspekte bewusst, können aktive und positive Schritte unternommen werden.

Negative Glaubensmuster können erkannt und verändert werden.

Positiv denken und pragmatisch handeln,

dann kann man viel erreichen, oft sogar viel mehr, als man sich je zugetraut hätte.