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Spitzwegerich gegen Insektenstiche und Juckreiz

Ein naturnaher Garten ist toll, bei uns tummeln sich neben Gartenschläfern, Eichhörnchen und Bienen auch Wespen, Mücken und Grasmilben.

Bei letzteren bin ich scheinbar besonders beliebt.

Leider reagiere ich auf Mückenstiche und Bisse der kleinen Spinnentiere mit dicken Quaddeln und vor allem nachts juckt es schrecklich.

Zum Glück gibt es in der Natur gegen alles ein Kraut.

Spitzwegerich hilft wunderbar.

Eine selbstgemachte Salbe hat mir endlich wieder zu erholsamen Nächten ohne Juckattacken verholfen.

Die Herstellung ist ganz einfach.

 

Spitzwegerich ist eine große Heilpflanze und wirkt u.a. antibakteriell, entzündungshemmend, reizlindernd, schleimlösend, blutstillend, blutreinigend und krampflösend.

Seine vielfältigen Heilwirkungen waren schon im Mittelalter bekannt.

Er enthält Schleim-, Bitter und Gerbstoffe, Vitamin C, Kieselsäure und den sekundären Pflanzenstoff Acubin, der antibakteriell wirkt.

Vor allem als Mittel für Haut und Atemwege, aber auch zur Leberstärkung wurde und wird er geschätzt.

Nicht umsonst ist er 2014 Arzneipflanze des Jahres geworden.

Verwendet werden alle oberirdischen Pflanzenteile, vor allem die Blätter. Tee, Pflanzensaft, Sirup oder Salben werden daraus hergestellt.

Es gibt fertige Präparate zu kaufen, aber vieles ist leicht und schnell selbstgemacht.

 

Spitzwegerich findet sich fast überall in Wiesen und an Wegrändern. Bis in den September hinein kann man sammeln. Am gehaltvollsten sind die Blätter aus der Pflanzenmitte. Ernten sollte man an trockenen Tagen.

Will man ihn nicht frisch verarbeiten, sollte man ihn schnell luftig trocknen lassen.

Es versteht sich von selbst, dass nicht an Straßen und beliebten Hundegassi-Routen gesammelt wird und nur so viel geerntet wird, dass die Pflanze und der Bestand nicht darunter leiden.

 

Spitzwegerichtee oder Sirup lindern hartnäckigen Husten, Bronchitis und Erkältungsbeschwerden. Tee kann auch äußerlich angewendet werden. Bei Hautunreinheiten, Insektenstichen und Ekzemen lindert er Juckreit und Entzündungen. Genauso wirkt auch Salbe, die man auf Ölbasis herstellen kann oder eine Tinktur aus Alkoholauszug.

 

Nicht zuletzt ist der Spitzwegerich eine erste Hilfe Pflanze beim Aufenthalt in der Natur.

Bei Insektenstichen, Blasen beim Wandern, kleinen Verletzungen kann man einfach ein paar Blätter zerquetschen und auflegen.

Hat man ein Pflaster dabei, kann die Auflage damit fixiert werden. Alternativ bastelt man einen kreativen grünen Verband aus Blättern und langen Grashalmen.

Der Wundverband vom Wegesrand lindert Juckreiz und Schwellungen und ist fast überall zu finden.

 

Auch in der Küche sind die vitaminreichen Blätter eine Bereicherung für Salate, Dipps oder Smoothies.

 

Mein Salbenrezept, wenn es schnell gehen soll:

 

Zutaten:

eine gute handvoll Spitzwegerichblätter,

ca. 100 ml Bio-Olivenöl (oder ein anderes kalt gepresstes Öl)

optional noch 2 EL Kokosöl

10-15gr Bienenwachs

optional einige Tropfen ätherisches Öl Lavendel

 

Die Blätter klein schneiden und mit dem Öl im Wasserbad 30-60 min erwärmen. Nicht kochen!

Dabei das Öl-Pflanzengemisch gelegentlich umrühren.

Das Öl färbt sich grün und die Blätter werden dunkler und weicher.

Anschließen durch ein sehr feines Sieb oder Filter geben.

Bienenwachs hinzufügen und nochmals im Wasserbad erwärmen, bis sich das Wachs gelöst hat.

 

Zur Probe der Konsistenz eine kleine Menge auf einen kalten Teller geben. Ist es zu fest noch etwas Öl zugeben, ist es zu flüssig noch etwas Wachs.

 

Wenn man mag, kann man noch ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl zufügen.

Anschließend in ein Glas oder Tiegel abfüllen und abkühlen lassen. Fertig

Die Salbe kühl lagern. Die Haltbarkeit richtet sich nach dem Haltbarkeitsdatum des verwendeten Öles.

 

Nach dem gleichen Rezept lässt sich eine schöne Ringelblumensalbe herstellen, die ebenfalls bei Entzündungen, Schürfwunden oder kann als Pflegecreme genutzt werden kann.

 

Wenn man nicht gerade wie ich akute Stiche hat und sich etwas mehr Zeit lassen kann,

ist es schonender das Öl für die Salbe im Kaltauszug zu gewinnen.

Hierzu füllt man Blätter und Öl in ein Schraubglas und lässt es ca. 2 Wochen an einem warmen Ort ziehen.

 

Zur Herstellung einer Tinktur füllt man kleingeschnittene Blätter mit hochprozentigem Doppelkorn oder Wodka in ein Schraubglas und lässt es 6 Wochen ziehen. Zwischendurch immer mal durchschütteln.

Anschließend filtriert man durch ein Tuch oder Teefilter und füllt die Tinktur in eine dunkle Flasche ab.

Tipp: Tinktur für unterwegs in ein Roll on füllen. Praktisch für die Handtasche und 1. Hilfe ist immer dabei.

 

Tinkturen und Öle können auch aus getrockneten Blättern hergestellt werden, frisch finde ich allerdings gehaltvoller.

 

Spitzwegerich Sirup:

2 Doppelhände Wegerichblätter

300 g Rohrzucker

250g Bienenhonig

 

Die Blätter durch einen Fleischwolf drehen (oder im Mixer zerkleinern)

Etwas Wasser zugeben (leicht bedeckt)und mit dem Zucker und dem Honig bei schwacher Hitze unter dauerndem Rühren sieden lassen, bis eine dickliche Flüssigkeit entsteht.

Heiß in Gläser füllen und im Kühlschrank lagern.

(Dieses Rezept habe ich vor langer Zeit von einer Kräuterfrau aus Bensersiel bekommen)

 

Zahlreiche weitere Rezepte finden sich im Internet, auch mit genauen Mengenangaben.

Ich mache alles immer eher nach Gefühl und Augenmaß.

 

 

Meine eigenen Erfahrungen:

Die Salbe hilft mir aktuell sehr gut. Die Bisse und Stiche schwellen gut ab und jucken deutlich weniger. Ich bin richtig begeistert.

Den Sirup habe ich vor Jahren einmal gekocht, als meine Kindern noch kleiner waren und oft hartnäckige Bronchitiden hatten.

Er hat gut geholfen, jedoch den Geschmack meiner Jungs nicht wirklich getroffen. Hustensaft aus der Apotheke schmeckte ihnen deutlich besser.

 

Mein Spitzwegerich-Öl als Kaltauszug ist in der Mache. Ich werde später berichten, ob damit die Salbe noch besser wirkt.

Auch eine Tinktur habe ich angesetzt und werde sie testen.

 

Tinkturen und Öle habe ich schon oft mit verschiedenen Kräutern und Pflanzen hergestellt.

Salbe jetzt zum ersten Mal und ich bin erstaunt wie leicht das geht.

Ringelblumen und Ringelblumen- Lavendelblütensalbe sind schon in Arbeit und kreative Ideen für weitere Mischungen habe ich schon im Kopf.

Und jetzt im Sommer lohnt es schon an Weihnachten zu denken.

Selbstgemachte Öle und Salben sind schöne Geschenke.